DieTalsperren Stadt - Tambach Dietharz

 

Unser dritter Besuch in dieser reichen Stadt.

 

Warum reich? Tambach Dietharz profitiert von drei Schätzen. Wasser, Wald und Gestein. Unverkennbar prägen diese drei Schätze die Stadt bis heute.

 

In der Vergangenheit waren wir nur kurz hier zu Gast. Nämlich immer dann, wenn ich bei der Familie Kraft ein Husky-Erlebnis gebucht habe. So durfte ich schon einen Tag als Musherin auf dem Hundeschlitten mit vier Sibirien Huskys stehen, bei Nacht auf dem Rennsteig wandern und eine Halbtags – bzw. Ganztags Wandertour durch den Thüringer Wald machen. Bevor es aber so richtig los gehen kann, erfolgt eine ausführliche Einweisung in die Technik. Sei es nun die Handhabung des Schlittens, das richtige Anlegen des Bauchgurtes oder sonstiges Wissenswerte rund um den Husky. Um Huskys körperlich und geistig auszulasten ist Zughundesport ideal. Aber nicht nur für Huskys. Seid vielen Jahren machen wir mit Jack Canicross und ab Herbst Scootern wir. Natürlich ist die Ausdauer bei einem Husky um ein vielfaches höher. Sie sind die geborenen Sportskanonen.

 

Diese Bilder sind auf meiner Schlittenfahrt entstanden. 

Bei den Wanderungen begleiten uns Alaskan Malamutes. Malamutes sind größer und auch stärker als ihre Artverwandten. Diese Rasse wurde speziell für das Ziehen von schweren Lasten gezüchtet wobei es bei den Sibirian Huskys auf Geschwindigkeit ankommt. Diese sanften Riesen haben wirklich Power und die Berge im Thüringer Wald sind in Rekordzeit bewältigt.

 

 

 

 

 

 

Dieser Urlaub sollte der erste ohne ein Husky-Erlebnis sein. Geplant waren 14 Tage wandern, relaxen, wandern und relaxen :-)  


 

Natürlich wollten wir mehr über Tambach Dietharz erfahren und haben direkt an mehreren Führungen teilgenommen.

 

Die erste an der Talsperre. Nachdem wir die Alte Tambacher Talsperre auf knapp 6 km zu Fuß umrundet haben wollten wir auch endlich mal auf der Staumauer stehen. Da diese aber für Besucher nicht öffentlich zugänglich ist, haben wir eine Führung gebucht.

 

 Als erste Trinkwassertalsperre Thüringens wurde von 1902 – 1905 die Alte Tambacher Talsperre erbaut. Das dort aufgefangene Quell- und Regenwasser ( was ganz nebenbei erwähnt glasklar ist) sollte die Wasserversorgung, der knapp 20 km entfernten Stadt Gotha sicherstellen.

 

Zustrom kommt aus dem Flüsschen Apfelstädt und dem Mittelwasser. Hauptverantwortlich für die Planung, die Umsetzung und den Bau war der Gothaer Ingenieur Hugo Mairich, der seiner Zeit weit voraus war und mit dieser Talsperre die Versorgung über viele Generationen sicherstellen wollte. Leider verunglückte er 1902 tödlich. Sein Bauwerk wird aber bis heute erhalten und wurde zuletzt 1987 – 1991 aufwendig saniert. Doch nicht nur der Erhalt sollte sicher gestellt werden auch sollte damit für die überaus schnell wachsende Bevölkerung und der damit erhöhte Wasserverbrauch gewährleistet werden. Nach der Grenzöffnung 1989 brach die Bevölkerung so massiv ein, dass die Alte Tambacher Talsperre seither nicht mehr zu Trinkwassergewinnung genutzt wird. Heute wird lediglich die Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt. Während er Führung wurden uns immer wieder Bilder vom Bau der Talsperre gezeigt. Die damals geleistete Arbeit ist unfassbar beeindruckend. Bei der Konstruktion handelt es sich um eine sogenannte Bruchsteinmauerwerk. Bei diesem Verfahren wird jeder Stein einzeln an seinem Platz gehoben und dort mit Mörtel befestigt. Gerade am unteren Ende der Staumauer kann man dies noch sehr gut erkennen. Eindrucksvoll.  

 

 

Und ganz nebenbei ist auch die Führung in dem Sägewerk empfehlenswert.

 

Von insgesamt 13 Sägemühlen wurde dieses erhalten und ist noch original ausgestattet mit den Maschinen von 1934. Das Gatter ( Sägemaschine) ist noch voll funktionstüchtig und während der Führung wird dort für die Besucher auch noch Holz geschnitten. Für uns sogar gleich zweimal. Einmal wurde der Stamm etwas "handlicher" zugesägt und im zweiten Schritt dann in Brettern und Kanthölzern gesägt. Super faszinierend ist auch die Technik unter dem Sägewerk.

 

Der Bauhof erntet die Stämme im eigenen Stadtwald und verwertet alles für den Eigenbedarf. Aus den Stämmen werden meisten Bretter oder eben Kanthölzer für Zäune oder Carports genutzt. Über die Sägespäne freuen sich Tierbesitzer und die größeren Holzreste werden als Brennstoff verwendet. 

 

Es gibt auch ein kleines Museum mit der Geschichte der vers. Sägewerke in der Region. 

 

Neben der Alten Tambacher Talsperre gibt es nur wenige Kilometer weiter die Schmalwasser Talsperre. Diese Talsperre wurde von 1988 – 1993 erbaut – ebenfalls zur Trinkwasserversorgung der Stadt Gotha und Nordthüringens. Ebenso sollte diese zusätzlich zum Hochwasserschutz beitragen. Seit 2005 wird die Talsperre allerdings nicht mehr als Trinkwassergewinnung eingesetzt. Diese Aufgabe hat die Ohra Talsperre komplett übernommen. Die Umgebung ist atemberaubend schön. Eingefasst ist die Talsperre von einem bergigen etwa 16 Kilometer langen Rundwanderweg.

 

Mit fantastischen Blicken von vers. Anhöhen zB. dem Aussichtspunkt am Großen Finsterbach oder der Schutzhütte mit Blick bis zum Inselsberg.

 

Die Wanderung wird am besten direkt am Wanderparkplatz etwas unterhalb der Staumauer beginnen. Der erste Aufstieg zieht sich zwar ganz schön aber entlang des gesamten Weges sind etlichen Highlights zu entdecken. Angefangen mit dem Hülloch (Konglomeratfelshöhle),dem Röllchen (Eine Gebirgsklamm), dem Falkenstein (mit 96m der höchste freistehende Kletterfelsen Thüringens) , dem Panoramablick am Meister Eckhardt Blick und vielen vielen mehr. Man kann die Tour auch vom Hülloch über dem Marderbachgrund starten und hat nach einen längeren aber mäßig steilen Anstieg. Grandiosen Blicke sind aber immer inklusive. 

 

Und am Ende kann man sich im Kneippbecken ganz wunderbar erfrischen :-)

 

Unsere Touren im Kurzportrait

Natürlich sind wir auch komplett um die Schmalwasser Talsperre gewandert, allerdings haben wir dafür auch div. Zubringer genutzt. Zum Warm-Up haben wir in unserer ersten Urlaubswoche viele Wanderungen von unserem Ferienhaus gestartet. Startpunkt war dabei immer der Parkplatz am Sportplatz. Von hier kann man zuerst der Weg entlang der Alten Tambacher Talsperre folgen, bis zum Abzweig zum „Steinerne Tor“ (übermannshohe Felstor) und zur Köhlerhütte. Letztere ist ein wirklich süßer Grillplatz, der nach dem Auf- und Abstieg zum Steinerne Tor zu einer Rast einlädt. Denn der Weg zum Tor ist sehr steil, sehr rutschig und ziemlich anstrengend dafür aber absolut genial. Ein Weg führt auch weiter hinauf zu einem weiteren Hauptweg, der zurück Richtung zum Ortskern führt. Wir sind zurück zur Köhlerhütte und sind dem dortigen Hauptweg gefolgt.

 

Ein gut ausgebauter Waldweg lag vor uns. Mit mäßiger Steigung ging es an weidenden Rindern vorbei bis wir zum Ende hin wieder auf dem Abstieg Richtung Apfelstädt gelangt sind. Eine tolle Tour und eine Wildschwein Sichtung gab es zum Ende noch dazu. Mir ist das Herz ganz kurz in die Hose gerutscht. So schnell wie wir das Wildschwein gesehen haben, war es auch wieder im Dickicht verwunden. Nur ein lautes Grunzen hat es zum Abschied dagelassen. Jack hat davon gar nichts mitbekommen. Er war so mit sich selbst beschäftigt. Das ewige Auf – und Ab ist für ihn , gefühlt, doppelt so anstrengend. Er ist aber gemütlich hinter uns hergetrottet.

 

Die etwas längere und anspruchsvollere Wanderung ging zur Ebertwiese mit rund 15km.

 

Dieses Mal haben wir bequem am Schützenplatz geparkt und sind dem ausgewiesenen Schildern über die Schnapsbuche , dem Splittergrund zum Splitterfall (höchste natürliche Wasserfall der Region mit 23m) gewandert. Wir waren komplett alleine unterwegs und konnte diese Naturschönheit besonders lange bestaunen. Im Sommer führt der Wasserfall nur wenig Wasser. Im Frühjahr, zur Schneeschmelze, muss das unfassbar beeindruckend sein.

 

Vom Spitterfall ist es nur noch ein Katzensprung (okay… ein heftiger Anstieg :-) ) bis zum Rennsteig. „Oben“ angekommen geht es aber nochmal ein Stückchen höher hinaus bis zur Ebertwiese und dem Bergsee.

 

Immer wenn ich dachte, es geht nicht noch höher kam bereits die nächste Steigung. Der Bergsee ist ein lohnenswerter Abstecher. Es handelt sich dabei um ein ehemaligen Steinbruch und mit den steilen Felsen wirkt die ganze Szenerie viel imposanter. Heute wird der See ausschließlich als Badesee genutzt. Das hat Jack natürlich auch getestet.. jedenfalls hat er seine Pfoten abgekühlt :-)

Es gibt mehrere Möglichkeiten zurück zum Wanderparkplatz zu kommen. Wir haben uns für einen steilen und schmalen Trampelpfad entschieden. In Rekordzeit sind wir die Höhenmeter wird herunter gewandert. Schade, dass es nach oben immer viel mehr Zeit und Energie kostet :-)

 

Aus „nur mal kurz zum Rewe“ kann übrigens eine wirklich schöne 2-Stunden Wanderung werden. Quer durch die Felder, welche im Winter als Loipen genutzt werden, bis zum Rewe Einkaufsmarkt. Praktischerweise verlaufen direkt hinter unserem Ferienhaus etliche Wege. Nachdem wir unserer Vorräte wieder aufgestockt haben, wollten wir „kurz“ an einigen Stationen des Sauriers Erlebnispfads vorbei schlendern. An einer Station stehen auch die Alpakas der Familie Kraft. Neben Husky Erlebnisse bieten diese viele weitere tolle Abenteuer. Darunter eben auch Alpakas.

 

Der Saurierpfad führte uns zum Schwimmbad, welches wir bis dato nicht mal kannte. Ein Schild mit der Aufschrift „Zur Quelle“ hat unser Interesse geweckt, Vorbei an Fischteichen führt der Weg zu einer Pension mit Namen „Zur Quelle“.

 

Wir haben uns da irgendwie etwas anderes vorgestellt aber da diese Pension so schön im Wald liegt sind wir einfach weitergelaufen. Ein kurzer Blick auf Google Maps verriet uns, dass wir über den Berg müssen um zurück auf die Hauptstraße zu gelangen. Natürlich! Nur mal kurz über den Berg – mit Zusatzgepäck. Aber alles motzen hilft nichts. Und jeder Anstieg wird am Ende ja mit einer grandiosen Aussicht belohnt. So auch diesmal :-)  

Der Rennsteig

Der wohl bekannteste Wanderweg in Thüringen.

 

Wir sind wirklich sehr sehr viel Kilometer auf dem Rennsteig unterwegs gewesen. Wenn man diesen allerdings komplett ablaufen möchte, dann sollte man min. 6 Tage einrechnen. Der Rennsteig verläuft vom Mittellauf der Werra (Hörschel) bis zum Oberlauf der Saale (Blankenburg). Der rund 170 Kilometer lange Weg kann auch ganz „bequem“ per Rad absolviert werden.

 

Während ich Teilstrecken zu Fuß gewandert bin, ist mein Herzmann von Hörschel knapp 60 Kilometer bis zu unserem Ferienhaus zurück geradelt. Ich bin unfassbar stolz! Alleine die vielen Höhenmeter würden mich an meine Leistungsgrenze bringen. Zumal er ohne E – Motor sondern nur mit reiner Muskelkraft unterwegs war.  

Die Feengrotte

Unser Schlecht-Wetter Plan.

 

Schlechtes Wetter hatten wir zum Glück nicht aber ein auf einen Besuch konnten wir dennoch nicht verzichten. Online habe ich uns für die einstündige Bergwerk – Feengrotten Führung angemeldet. An vers. Stationen wurde uns alles Wissenswerte von dem Leben und der Arbeit der Bergleute erklärt. Das Schaubergwerk ist wirklich super gut ausgebaut. Zwar sind die schönsten Tropfsteine und Mineralien hinter Plexiglas aber sehenswert ist das Bergwerk allemal. Zum Schluss wurde die Feengrotte mit aufwendiger Licht – und Musik Illustration ausgestattet. Bei der epischen Musik von Enya wurde die Grotte aus vers. Winkeln ausgeleuchtet. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dort Feen und Elfen zuhause sind. Wirklich eindrucksvoll.

Ein Tretboot in Seenot :-)

 

Dafür sind wir am verletzen Abend nach Georgenthal an den Hammerteich gefahren. Unsere Füße haben sich über eine Pause sehr gefreut. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal in einem Tretboot auf einem See/Teich war. Jedenfalls super schön und während ich fleißig fotografiert habe, durfte mein Herzmann schuften. Faire Arbeitsteilung wird bei uns immer sehr groß geschrieben. Am Hammerteich sind auch noch einige Lokalitäten. Wir konnten aber dem Eis widerstehen und sind einmal um den See gelaufen und dann zurück zum Kurpark und zum Parkplatz.  

Ich liebe Wasserfälle. Sehr sogar.

 

Bereits in Norwegen konnte ich mich nicht an ihnen sattsehen. Vorteil beim Trusetal Wasserfall ist definitiv die Erreichbarkeit. Keine lange Wanderung sondern hier kann man ganz bequem nur wenige hundert Meter weiter parken. Der Wasserfall ist sehr beeindruckend. Eingebettet in einer spektakulären Feldkulisse. 228 Stufen führen auf einen abenteuerlichen und wackeligen Weg hoch hinauf zum Wasserlauf und von dort durch ein Waldstück zurück zum Parkplatz. Die gesamte Strecke ist ca. 4 Kilometer und von den vers. Plattformen hat man jeweils beste Aussichten auf den Wasserfall. Übrigens stürzt das Wasser vom obersten Punkt knapp 58 Meter in die Tiefe. Und die Geräusche dabei.

 

Gänsehaut garantiert.  

... unsere letzte Tour ...

Die einzige Tour, die wir uns vorher etwas genauer auf komoot.de angeschaut haben. Unseren Abschied wollten wir auf dem Schneekopf feiern.

 

Der Schneekopf ist der zweitgrößte Berg in Thüringen mit 987 Metern. Wenn man den Aussichtsturm hinaufsteigt kommt man sogar auf unglaubliche 1.001 Metern! Wir haben den Rundumblick aber vom Plateau sehr genossen. Bei besten Sichtverhältnissen kann man sogar bis zum Brocken gucken. Am Aussichtspunkt „Blick Gleichberge Rhön“ haben wir es uns nochmal richtig gut gehen lassen. Eine lange, ausführliche Pause inkl. einer deftigen Brotzeit. Und die war voll verdient obwohl der Weg dorthin sehr easy ist. Keine nennenswerte Steigungen und für ganz Faule gibt es direkt am Schneekopf kostenpflichtige Parkplätze.

 

Unser Weg führte aber vom unteren Parkplatz zum höchstgelegenen Punkt des Rennsteigs auf 973 m. Kurz vorher sollte man aber unbedingt am Plänckners Aussichtsturm eine Rast einlegen. Dieser Turm auf 970 m trägt den Namen des „Erfinders“ der Rennsteigwanderung. Eine tolle Tour und trotz müder Beine – nach fast zwei Wochen wandern – sehr angenehm zu laufen. Da wir sehr früh am Tag gestartet sind, sind wir den meisten Touristen erst zum Ende hin begegnet.