Fjord - Norwegen

Bereits im letzen Jahr am schönen Bolmen-See in Schweden waren unsere nächsten Reisepläne schon direkt klar. Nach Norwegen sollte es gehen. Wohin genau? Hm.. hauptsache direkt am Fjord! Nach einigen Wochen intensiver Recherche sollte es ein kleines Ferienhaus unweit vom Hardangerfjord in Nå / Odda sein. 

Aber bevor es los gehen konnte gab es noch einiges zu organisieren. Wie sind die Einreisebestimmungen- besonders für Hunde?Wo und wie viele Mautkosten kommen auf uns zu? Welche Aktivitäten können wir unternehmen? Und ganz wichtig .. wie reisen wir am besten an? Fragen über Fragen aber eins nach dem anderen:


1. Die Reisevorbereitung

Ich packe meinen Koffer und nehme mit ...Unter den strengen Blicken meines vierbeinigen Freundes passte am Ende tatsächlich alles ins Auto. Mittlerweile sind wir ziemliche Tetris-Profis. 

 

Kurz vor der Abfahrt von zu Hause hieß es allerdings nochmal tapfer sein - denn es ging nochmal zum Tierarzt. Für die Einreise nach Norwegen gibt es (anders als nach Schweden) eine kleine Besonderheit. Neben einem EU-Heimtierausweis mit den Angaben zum Besitzer und einer gültigen Tollwutimpfung ist der Chip zur Identifikation unerlässlich und ganz ganz wichtig! Hunde müssen gegen Bandwurmbefall (Echinococcus multilocularis) mit einem anerkannten Präparat behandelt werden.Die Behandlung muss innerhalb von 120 bis 24 Stunden vor der Einreise nach Norwegen erfolgen. Falls ihr die Grenze mehrfach überschreitet ist vielleicht die 28-Tage Regelung das richtige für euch. Alles zusammen muss natürlich in eurem EU Heimtierausweis von eurem Tierarzt dokumentiert werden. Bei uns wurde noch die Sparte "Klinische Untersuchung" ausgefüllt. Unser Tierarzt hat nochmal bestätigt, dass Jack keine Krankheitsanzeichen aufweist und transportfähig ist.  Ihr solltet euch aber vor der Einreise nochmal genau schlau machen. Ich habe diese Seite genutzt: Quelle https://www.norway.no/de/germany/dienstleistungen-info/mit-tieren-nach-norwegen/

 

Wenn alles vollständig ist kann bei der Einreise nichts mehr schief gehen. Beim Zoll geht es dann in den "Roten Bereich - Anmeldepflichtige Ware" und am Automaten zieht ihr euch eine Nummer für " Einfuhr lebende Tiere" und innerhalb kürzester Zeit werden eure Unterlagen durchgeguckt und schon kann die Fahrt weiter gehen.

 

Und auch beim Thema "Maut" gibt es nicht viel zu beachten. Ihr werdet rechtzeitig vor einer Maut-strecke mit Schildern und Hinweisen (eine offene Hand mit Münzen) und Tafeln mit der fälligen Summe (bei uns ganz unterschiedlich zwischen 15 und 60 Kronen) informiert. Mittels Kamera wird euer KFZ Kennzeichen fotografiert und in ca. 2-12 Wochen bekommt ihr Post nach Hause. Außer in- und um Oslo herum kann ich mich aber an nur sehr wenige Maut-Strecken erinnern. Wir rechnen mit umgerechnet ca. 50-100 Euro für die zwei Wochen.

 

2. Die Anreise

 

Bekannterweise führen ja viele Wege nach Rom - oder in unseren Fall nach Norwegen :-)

 

Es gibt zahlreiche Fähren von Dänemark / Hirtshals nach Norwegen zB. die schnellste und preisgünstigste nach Kristiansand (Fahrtzeit ca. 3,5 H) oder aber direkt nach Bergen (Fahrtzeit ca. 18 H). Die Fähre nach Bergen ist derzeit die einzige an die norwegische Atlantikküste. Natürlich kann man auch die Öresundbrücke nutzen und die Fähre einsparen. Da wir lieber länger auf der Fähre bleiben anstatt quer durch Dänemark zu düsen, haben wir uns für die Anreise über Schweden entschieden. Für uns ging es ca. 2 Stunden nach Lübeck/Travemünde und dann ca. 9 Stunden per Schiff nach Schweden/Malmö. Diese Fähre haben wir bereits in der Vergangenheit genutzt. Abfahrt war um 02:00 Uhr nachts und ausgeschlafen, frisch & munter ging es dann von Malmö nach Oslo. Sehr bequem per Autobahn in knapp 6 Stunden inkl. Pausen. In Oslo ging es direkt ins Hotel. Schnell einchecken und den herrlichen Sonnenuntergang genießen. Vom 8.Stock einfach ein herrlicher Ausblick! Am nächsten Morgen ging es weiter nach Odda. Trotz deutlich weniger Kilometer haben wir nochmal rund 6 Stunden gebraucht. Schuld war natürlich nicht nur die nicht vorhandene Autobahn sondern vielmehr die grandiose Landschaft.  Es ging durch wunderschöne Berglandschaften, vorbei an atemberaubende Wasserfälle und zum Schluss über ein Bergmassiv mit schneebedeckten Bergspitzen. Unbeschreiblich!! Während Jack die meiste Zeit verschlafen hat, konnten wir uns einfach nicht satt sehen! Und dann standen wir an unserem schönen Ferienhaus direkt am Fjord. Unser neues Heim für die kommenden zwei Wochen.

Odda / Folgefonna Nationalpark

 

oder auf norwegisch  "Folgefonna Nasjonalpark" - laut meinen norwegischen Reiseführer handelt es sich um ein ca. 545 km² großer Nationalpark im Südwesten Norwegens. Man kann alleine an diesem Ort ziemlich leicht mehrere Wochen verbringen. Von Odda gibt es zahlreiche Wanderwege in den Park oder rund um Odda Stadt.  Für jeden ist was dabei. Ob es mit einer leichten Wanderung zu der Wasserkraftanlage (Lilletopp) gehen soll oder doch lieber direkt zum sogenannten Buergletscher. Wir haben uns vom Parkplatz kurz vor Odda in Richtung Buergletscher aufgemacht. Knapp 300 Höhenmeter haben wir bezwungen bevor es wieder nach unten ging. Dennoch war die Wanderung ein Highlight. Der Blick über Odda ist atemberaubend und schnell sind jegliche Anstrengungen vergessen.

 

Von Odda kann man auch sehr bequem folgende Sehenswürdigkeiten erreichen:

 

- Latefoss - Der Zwillingswasserfall - unverfehlbar :-) an der RV13

- Rossnoss - Der höhste Berg von Odda Stadt ca. 1400 m mit perfekten Blick über Odda Stadt 

- Buardalen und Buarbreen - Das Buertal und der Buergletscher sind nur einige der zahlreichen Einganstore zum Nationalpark

- Trolltunga - die Wanderung dauert etwa 10-12 Stunden und ist sehr anspruchsvoll. Alleine der Höhenunterschied von 1200m ist für uns etwas abschreckend und daher haben wir diese Wanderung ausgelassen.

 

 

Reiseter - Unser Hausberg

 

Auf der Rückseite unseres Ferienhauses befindet sich das Wanderparadies "Reiseter". Mit dem Auto leicht zu erreichen indem man an der Tankstelle in Na die Beschilderung knapp 4 km folgt und am letzen Bauernhof auf den wenigen Parkplätzen parkt. Bereits die Fahrt oder der Fußweg nach oben, entlang der Obstbäume ist ein echter Genuss.Oben angekommen gibt es wieder mehrere Beschilderungen, die einen den Weg weisen. Wie so oft gibt es mittel bis schwere Wanderungen. Wir haben uns für eine mittelschwere Wanderung entschieden. Vom Parkplatz geht es nochmal einige Höhenmeter bergauf - über Kuhweiden bis nach ganz oben an den letzten Häusern. Von Oben hat man einen herrlichen Blick auf den Sorfjorden, über Berge und den Gletscher. Die Landschaft ist wie immer wunderschön aber auch gnadenlos. Viele Schilder weisen auf die Gefahr in den Wintermonaten hin. In einem Gespräch mit Einheimischen haben wir erfahren, dass sich noch heute immer wieder Lawinen von den steilen Berghängen lösen. Kaum verwunderlich, dass von den alten Dorfformen dort oben kaum etwas übrig ist. Südlich von Reiseter liegt die Lawinenmauer "skredmuren"- Norwegens größte Skulptur aus Beton, welche noch heute eine wichtige Schutzmaßnahme übernimmt. Eine Wanderung ist daher nur von Juli bis Oktober problemlos machbar. Wir sind gute 6 km gewandert und haben die erste Abzweigung Richtung Parkplatz genommen.  Wir werden aber sicher nochmal hochlaufen - zu schön ist die Landschaft und der Blick auf den Fjord.

 

 

Bondhusbreen Gletscher

 

Näher sind wir einem Gletscher nicht gekommen. Nur wenige Meter haben uns von der Gletscherzunge getrennt aber der Weg dorthin war wirklich anspruchsvoll und sehr sehr steinig.

 

Geparkt haben wir bequem in Sundal auf einen ausgewiesenen Parkplatz. Besonders am Wochenende und bei Sonnenschein ist man sicher nie alleine unterwegs. Auf einer leichten Strecke von knapp 2 km geht es immer am Bondhusdalen entlang bis zur ersten Infotafel. Von dort sind es etwa 5 Minuten bis zum Bondhusvatnet. Ein traumhaft schöner Bergsee mit einladenden Sitzmöglichkeiten und einen grandiosen Blick auf den Gletscher. Er scheint so nah - fast greifbar aber der Weg dahin hat es wirklich in sich. Nach einer kleinen Snack-Pause geht es weiter an den See vorbei und aus einer Grünen (leichten Strecke) wird schnell Blau (mittel anstrengend) bis Rot (schwere Strecke) . Der Weg wird sehr schmal, steinig bis felsig, stellenweise sehr morastig und immer bergauf. Über, durch oder an Wasserfällen vorbei - über Hängebrücken und durch eine dschungelartige Landschaft. Aber der kräftezehrende Aufstieg lohnt sich. Oben begrüßten uns mehrer Schafe, die allerdings eher uninteressiert waren. Ganz im Gegenteil zu Jack, der hellauf begeistert war :-) Nur noch wenige Meter durch einen kleinen Birkenwald und dann stehen wir genau davor. Eindrucksvoll und umgeben von massiven Stein. Der Gletscher! Die Warnschilder haben uns allerdings davor abgehalten weiter auf den Gletscher zu klettern. Zumal wir dafür auch keine Ausrüstung parat hatten. Zwischen den Schafen gab es eine längere Verschnaufpause um dann den Abstieg in Angriff zu nehmen. Ich kann mich nicht entscheiden was anstrengender war. Der Auf- oder der Abstieg.Insgesamt ist die Tour ca. 15 km lang und wir haben knapp 5 Stunden gebraucht. Ausgewiesen ist der gesamte Weg mit 4 Stunden. Trotz guten Wetter haben wir nur zwei weitere mutige Personen getroffen, die einige Meter vor uns Richtung Gletscher gewandert sind. 

 

Definitiv eine Tour, die ich jederzeit wieder machen würde. Und Jack? Na der hat das alles vorbildlich gemeistert. Trotz der Felsen und der schmalen Wege war er bis zum Ende top motiviert und dank der zahlreichen Wasserstellen immer bestens versorgt. Am unteren Seeufer konnte er nochmal flitzen und auf der Rückfahrt zum Ferienhaus hat er es nicht mal bis zum Verlassen des Parkplatzes geschafft, die Augen offen zu halten.

Furebergsfossen Wasserfall

 

Der wohl größte und schönste Wasserfall den Norwegen zu bieten hat :-) Jedenfalls in unserer Region, sofern man den Angaben im Internet trauen kann :-) Immer Richtung Odda und dann knapp 11 km durch den Folgefonntunnelen in Richtung Sundal. Hinter dem verträumten Ort Sundal weiter Richtung Rosendal. Endlose Kurven entlang bis er schließlich auf der linken Seite auftaucht. Über eine schmale Holzbrücke auf den gegenüberliegenden Parkplatz und schon kann man seinen Augen kaum trauen- Wahnsinn! Der Furebergfossen ist zwar nicht der bekannteste Wasserfall aber absolut sehenswert. Wenn ihr in der Nähe seit dann fahrt unbedingt vorbei. Und etwas nass wird man bei passenden Wind auch :-)

 

Insgesamt können wir nur bestätigen, dass es zahlreiche Wasserfälle gibt. Alleine vom Ferienhaus mit Blick auf die Berge können wir einige erkennen. Und auch auf unseren Wanderungen waren viele Wasserfälle unsere Wegbegleiter.