Südtirol - die nördlichste Provinz Italiens

Bella Italia! Ein kleiner Kulturschock, wenn man aus der ruhigen Schweiz in die nördlichste Provinz Italiens fährt. Es ist laut, voll und eigentlich wie zuhause - nur eben mit Bergen und tollen Landschaften. Abseits der Touristenpfade haben wir wunderschöne kleine Naturparadiese gefunden und hatten eine wirklich schöne Zeit. Besonders in der Neben - oder Vorsaison ist es hier besonders schön.

 

Ausgangspunkt war unser Hotel in Bruneck. Das komplette Gegenteil zum familiengeführten Hotel in der Schweiz. Alles ist hier etwas größer - aber mit fast 40 Millionen Übernachtungen nur in den Sommermonaten ist das auch verständlich. Südtirol ist eines der beliebtesten Reiseziele und bereits Monate vor der Saison ausgebucht. Sowohl im Sommer als auch im Winter kann man hier eine wunderbare Zeit verbringen. Die Skigebiete sind über die Grenzen hinaus bekannt und besonders aus Süddeutschland ströhmem tausende Besucher jedes Jahr hierher. In den drei Tagen wollten wir soviel wie nur möglich sehen und sind gleich am Abend zu einer kleineren Wanderung aufgebrochen.

Schloß Neuhaus

Man kann das prachtvolle Schloß bereits vom Hotel sehen jedoch geht es einige Zeit deutlich bergauf. Zum Glück sind wir im Training und daher war das kein Problem. Ich glaube Jack hat sich sogar gefragt, ob das schon alles ist : - )  Vom Hotel bis zum Schloss und wieder zurück waren es knapp 5 km. Leider war das Restaurant geschlossen und wir haben erfahren, dass die Saison auch erst Mitte Juni richtig startet. Das Schloss selbst kann man sogar für kleinere Feste buchen. Es ist sehr gepflegt und ein beliebter Anlaufpunkt für Durchreisende.


Der Pragser Wildsee

Bekannt als einer der beliebtesten Instagram Hotspots in Südtirol und ein echter Besuchermagnet. Auf knapp 1.500 m gelegen und perfekt für Touristen ausgebaut. Unter Einheimischen ist der See auch als "Perle der Dolomiten" bekannt. Er ist Teil des Weltnaturerbes der Dolomiten und steht unter besonderem Schutz. 


Wenn man wie wir in der Nebensaison besonders früh morgens anreist, dann kann man die Schönheit des Wildsees noch wunderbar genießen. Am Vormittag reisen die ersten Gruppen an und ein Rundgang wird deutlich erschwert. Die Wege sind stellenweise sehr eng und hügelig, sodass ein vorbeigehen erschwert ist. Wir hatten Glück und auf der ersten Hälfte des Weges waren wir fast alleine. Auf knapp 6 km kann man einmal um den Wildsee laufen und wie immer - die Wege beliebig erweitern. Am Ufer gibt es zahlreiche Möglichkeiten zum Verweilen. Der See ist glasklar und spiegelt die Bergkulisse perfekt wieder. In der Ferne haben wir Lawinen abgehen gehört. Ein Gänsehautmoment. Das letzte Mal, dass ich sogar eine Lawine gesehen habe war an der Eiskapelle am Königssee in Berchtesgaden. Ein Moment in dem man sich ganz winzig fühlt. 

 

Am Picknickplatz vorbei führt der Weg steil empor an einer Felswand. Von hier oben hat man einen tollen Blick über den gesamten See. Der Weg ist steil und eng allerdings nur wenige hundert Meter bevor er dann wieder breiter wird und auch ein "Überholen" möglich ist. 



Ein echtes Abenteuer

Rückblickend betrachtet war unsere Tour ziemlich gefährlich. An einigen Stellen waren Warnschilder und einige Bäume haben den Weg unpassierbar gemacht. Ein bischen leichtsinnig aber definitiv das beste Abenteuer vom gesamten Urlaub.

Die Erdpyramiden

Inmitten des Pustertals liegen diese, teils bis zu 30 Meter hohe bizarrwirkende Säulenwald aus Erde. Ein Naturwunder mit einer unvergleichlichen Schönheit. Vor allem aber eine vergängliche Schönheit, die dem Wetter und den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert ist. Die Erdpyramiden sind im stetigen Wandel und werden durch Wasser und Erdrutsche immer neu geformt. Im Normalfall eine ca. 7 km lange Wanderung mit kurzen aber steilen Anstiegen. Die Mühe lohnt sich allemal. 

 

Wir sind dem Schild "Erdpyramidenweg" weiter gefolgt und sind vermutlich falsch abgebogen, denn der Abstieg war blanker Horror. Kein Weg dafür aber steile und sehr rutschige Abschnitte. Umgestürzte Bäume haben uns den Weg versperrt. Weiter unten haben wir Wanderer gesehen, die anscheinend den selben Weg genommen haben wie wir. Umkehren machte keinen Sinn, denn es war fast unmöglich die steile Bergwand wieder hochzukraxeln also Augen zu und durch. Jack hat das wirklich wunderbar gemeistert. Er ist langsam gelaufen und dank 4-Pfoten hatte er auch deutlich mehr Grip als wir. Unbeschadet unten angekommen konnten wir auch das richtige Wanderschild erkennen. Ein bischen schmunzeln mussten wir dann doch und nach einer längeren Pause ging es dann weiter. 

 

Nur anstatt weiter nach unten ging es wieder sehr steil bergauf. Ein Warnschild wollte uns zur Umkehr zwingen aber da die Einschränkung abgelaufen war, sind wir fröhlich weiter gelaufen. Keiner von uns hatte mit so einem Abenteuer gerechnet. 


Wege, die keine Wege mehr waren - Bäume die den Weg komplett zerstört haben - Rutschiges Geröll. Ahhhh!! 


Einige Passagen mussten wir auf allen vieren klettern, immer dem Abgrund im Auge. 


Trotz meines hohen Adrenalinspiegels hat Jack die nötige Ruhe bewahrt und ausgestrahlt. Er ist ganz langsam und mit Bedacht gelaufen. Hat brav auf der anderen Seite gewartet und selbst beim Baum überqueren ist er ruhig geblieben. Vielleicht war er auch einfach nur sehr erschöpft :-) - er hat die Tour mit Abstand am besten gemeistert. Der gesamte Wegabschnitt waren vielleicht 300/400 Meter, aber die haben uns wirklich nochmal alles abverlangt. 


Am Ende gibt es auf einem befestigen Strassenabschnitt zurück zum Parkplatz. Ein Abenteuer, welches ich so schnell nicht vergessen werde. 


Abschiedstour

Nach soviel Adrenalin haben wir den letzten Tag  ganz gemütlich gestaltet. Nach einer längeren Einkaufstour in Bruneck ging es auf eine 10 km Tour vom Hotel über Gais nach Uttenheim. Eine fast ebenerdige Tour ohne nennenswerte Besonderheiten. Man läuft parallel zum Fluss - zuerst durch einen Wald und dann entlang einer Fahrradstrecke. Ein paar Schilder am Wegesrand erklären etwas zur Natur rund um den Flusslauf, aber wir haben die Zeit genutzt um ein kleines Resümee zu ziehen. Nach Südtirol werden wir so schnell nicht wiederkommen denn es zieht mich eher noch weiter in den Süden Italiens. Die wenigen Tage hätten wir kaum besser gestalten können und eine echt italienische Pasta ist halt einfach unbezahlbar!